Sonntag, 1. Juli 2018

Die Straßen Nairobi´s

Von A nach B zu kommen mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist in Nairobi alles andere als einfach. Ungewiss ist der Zeitpunkt der Abfahrt und noch mehr der Zeitpunkt der Ankunft.

Typisches Matatu für 14 Passagiere plus Fahrer und Assistent
Anders wie in Deutschlands Großstädten gibt es in der Millionenstadt Nairobi keine U-Bahn. Das typische Fortbewegungsmittel ist ein sogenanntes "Matatu". Das sind klapprige Busse für 14 bis 45 Passagiere, die großteils auffällig lackiert sind. In den kleineren läuft oft die Radiosendung eines Seelendoktors, in den größeren ohrenbetäubende Musik (Afro-Pop, Reggae, Schlager, ...).
 

In den Matatus erlebt man so Einiges. Kann schon mal vorkommen, dass man 30 Minuten auf demselben Fleck steht, bis wieder etwas vorangeht. Ist das dann der Fall, geben die Fahrer Gas und wechseln willkürlich die Spur. Es werden auch Kurven verkürzt um ein paar Autos zu überholen. Randsteine sind dann trotz oft defekter Stoßdämpfer kein Hindernis. Auch Ampeln werden von den meisten Verkehrsteilnehmern ignoriert.
Glücklicherweise können die klapprigen Blechbüchsen aber wegen des hohen Verkehrsaufkommens und den meist miserablen Straßen keine allzu hohen Geschwindigkeiten erreichen.


Da es weder Pläne über die Routen, noch Anzeigen über Wartezeiten oder ausgeschilderte Haltestellen gibt, ist das Zurechtfinden mit den Matatus als Fremder nicht so ganz einfach.
Abgesehen davon war die Haltestelle im Stadtzentrum, an der ich täglich ein- und ausstieg, alles andere als sicher.
Juventus-Turin-Matatu
Diebe versuchen dort potentielle Opfer schon bei deren Ankunft auszuspähen.
Aus diesem Grund steige ich mittlerweile schon eine Haltestelle früher aus und gehe den Rest, um potentiellen Ärger zu umgehen. Um nicht mehr ganze fünf Stunden täglich in diesen umbequemen Dingern zu verbringen, nehme ich inzwischen bei der Heimfahrt auch eine andere Route. Diese herauszufinden ohne in den Straßen Nairobi´s verloren zu gehen, war defnititiv eine Herausforderung.


Doch eines muss man den Matatus lassen:
Die Optik einiger Fahrzeuge ist bemerkenswert!


Die Motive variieren extrem, so findet man von Musikern, Sportlern/Sportmannschaften, US-Fernsehserien, religiöse Abbildern und Sprüchen ("God will heal us") bis hin zu einem Ferrero-Rocher-Matatu alles mögliche wieder.
Dabei muss erwähnt werden, dass eine Packung Ferrero-Rocher in Nairobi umgerechnet knapp 10€ kostet und somit für den Durchschnitts-Kenianer nicht umbedingt erschwinglich ist. 


Ferrero-Rocher-Matatu

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen